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LET DE KOK - ABOUT | LET DE KOK
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Dokumentarfilm von Dorien Theuns t.b.v Triënnale CODA Apeldoorn

Inspiriert von Architektur

Die architektonischen Kunstwerke, die Let de Kok seit einigen Jahren herstellt, bestehen aus der individuellen Kombination vieler raumartiger Formen, die, jeweils individuell zusammengesetzt, ein bemerkenswertes Endobjekt ergeben. Indem diese Formen auf unterschiedliche Arten und Weisen kombiniert werden, entstehen nach und nach gänzlich neue Strukturen. Weitere, andersartige Formen innerhalb eines solchen Werkes haben eine besondere Funktion und sorgen in Kombination mit speziellen Schatteneffekten in jedem Ensemble für ein bemerkenswertes Gesamtbild. Und genau das ist es, was Let de Kok erreichen möchte: die autonome Grundform ebenso wie auch die Kombinationen mit
Bindegliedern soll immer für eine überraschende und interessante neue Plastik sorgen.
Die zusammengesetzten ,,Plastiken" von Let de Kok sehen aus wie architektonische verbundene Teile einer Gesamtkonstruktion die nach allen Seiten hin erweiterbar wäre.
Trotz des kleinen Maßstabes sehen die unterschiedlichen Einzelteile und das finale Ensemble monumental aus. JedesWerk könnte problemlos als Grundlage für ein echtes Gebäude dienen. Ein Modell, welches die Lösung eines realen räumlichen Problems darstellen könnte.
Es ist Architektur im kleinen Maßstab, wo besonders Rhythmus und Wiederholung von entscheidender Bedeutung sind.

Die Plastiken sehen unterschiedlich aus, je nachdem, aus welchem Blickwinkel man sie betrachtet. Let de Kok nutzt das Dreieck als Inspirationsquelle und erzeugt darauf aufbauend ein schier endloses Zusammenspiel von Linien, Winkeln und Ebenen. Außerdem kann jede Einzelform unterschiedlich angeordnet werden, zum Beispiel hochkant oder kopfüber, so ergeben sich weitere Kombinationsmöglichkeiten und damit neue Perspektiven. Die erzeugten Formen werden Anschließend in einer Reihe oder in einem Kreis angeordnet. Werden die Formen kreisförmig angeordnet, ergibt sich ein innerer Raum, der als eine Art geschützter ,,Innenhoff” betrachtet werden kann. ,Ich habe keine direkte Erklärung für diese Methode des Arbeitens" sagt Let de Kok. ,,Bis jetzt waren immer Linien und runde Formen das Ergebnis meiner Arbeit, aber ich schließe nicht aus, dass sich in Zukunft auch andere Formen entwickeln können. Es ist ein intuitiver Prozess. In der Tat ist die Architektur die Quelle meiner Inspiration, dennoch bin ich nicht auf die Architektur eines bestimmten Landes fokussiert. Es ist oftmals eine Kombination von mehreren Dingen, die ich gesehen habe und die ich in Keramik verdeutlichen und sichtbar machen möchte. Mir ist es wichtig, so unmissverständlich wie möglich zu arbeiten. Dafür nutze ich klare Formen, helle und kontrastreiche Farben, den etwas rauen Frosteffekt durch Sinter-Ablagerungen und den Schatteneffekt, der sich durch die unterschiedlichen Ebenen ergibt. Die Ausarbeitung muss perfekt sein, denn jede Unregelmäßigkeit stört die Klarheit."

Die Arbeit mit Ton war zunächst keine naheliegende Option für Let de Kok. Sie besuchte die Industrieschule in Arnhem und belegte dort unter anderem von 1971 bis 1975 einen Zeichen- und Textilarbeitskurs. Ihre Eltern und Großeltern waren künstlerisch tätig, die Eltern betrieben eine Töpferei in den fünfziger Jahre, sodass sie bereits früh in Kontakt mit der Keramik kam. Allerdings dauerte es bis 2005, bis sie sich endgültig entschied, sich vollkommen auf die Keramik einzulassen: Sie schrieb sich an der Kunstschule in Gouda ein, wo sie nach drei Jahren ihren Abschluss erlangte. Nun verfügte sie über ausreichende Kenntnisse, um als eigenständige Keramikerin bestehen zu können.

Seither folgt eine Neuentwicklungen auf die nächste. Let de Kok hat 2008 den SSB-Award gewonnen, war nominiert für die fünfte Welt-Keramik-Biennale in Korea 2009 und einige Zeit später auch für die Internationale Keramik-Biennale der Stadt Kapfenberg in Österreich. Im selben Jahr erhielt sie neben einer lobenden Erwähnung durch die Jury auch den Public Award der Gouda Ceramic Days. In 2012 hat sie in Oldenburg den Preis der NEUEN KERAMIK gewonnen, der sich zusammensetzt aus einem Preisgeld, einem Artikel in der Neuen Keramik und einer Einzelausstellung im Landesmuseum Oldenburg.


Piet Augustijn